CURRENT EXHIBITION
22.06.-30.08.2018

monika Lehmann

 

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 Josef THalhofer

 

ATELIER ALEN PRÄSENTIERT
MONIKA LEHMANN UND JOSEF THALHOFER - EIN KÜNSTLERISCHER DIALOG
VERNISSAGE AM FREITAG, 22.06.2018, UM 19 UHR
DIE KÜNSTLER SIND ANWESEND!


Wer das erste Buch der bekannten Trilogie von Philip Pullman „Der Goldene Kompass“ gelesen oder zumindest davon gehört hat, kann sich bestimmt an das wichtigste Merkmal seiner fantastischen Welt erinnern; an die Dämonen, die als unzertrennliche geistige Ebenbilder ihres menschlichen Gegenstücks in tierischer Form auftreten. Noch lange vor Pullman spielten Dämonen in Mythologie, Philosophie und Theologie eine wichtige Rolle und Goethe bezeichnete einen Dæmon, als „das Charakteristische“ und „die notwendige, bey der Geburt unmittelbar ausgesprochene, begränzte Individualität der Person“[1]. Die Vorstellung der Verkörperung unseres Charakters, unserer „Seele“ oder unseres „Schicksals“ in einem Wesen, das sowohl symbiotisch als auch folgenschwer mit uns verbunden ist, ist zeitgleich wunderbar und beunruhigend. Die Vorstellung an eine perfekte Ergänzung jedoch ist traumhaft schön. Findet diese Ergänzung dann nicht nur auf persönliche, sondern auch auf künstlerischer Ebene statt, entsteht eine perfekte und spannungsgeladene Synthese.
Monika Lehmann und Josef Thalhofer sind Lebenspartner und Künstlerkollegen die Seite an Seite miteinander Arbeiten, sich gegenseitig inspirieren und unterstützen. Dennoch unterscheiden sich die Arbeiten dieser Künstler sowohl theoretisch als auch stilistisch beinahe diametral voneinander. Genau dieser Unterschied ist der Grund der perfekten Ergänzung. Während Monika Lehmann sich dem ganz speziellen menschlichen Ausdruck verschrieben hat, löst Josef Thalhofer alles Konkrete in einem abstrakten Farbfeuerwerk auf. Betrachtet man die Bildwelten dieser zwei Künstler in einer Gegenüberstellung, entsteht der Eindruck, als könnten die stark gestischen abstrakten Darstellungen von Josef Thalhofer dem Innenleben der außergewöhnlichen Geschöpfe von Monika Lehmann  Gestalt verleihen und umgekehrt. So entsteht ein künstlerischer Dialog, in dem die freie Interpretation der Werke der jeweiligen Künstler die Voraussetzung ist.

[1] Zit. nach Theo Buck, Urworte. Orphisch. In: Goethe-Handbuch, (Hrsg.) Bernd Witte…, Band 1, Gedichte, Metzler, Stuttgart 1996, S. 357

 


MONIKA LEHMANN

Geboren in Neubrandenburg/Mecklenburg. Seit 2000 freischaffende bildende Künstlerin.
 Ausbildung im techn. Produktdesign / Industriedesign.
Studium und Ausbildung für Malerei und Zeichnung an der Studiengemeinschaft Darmstadt.
Fortbildungen im “Freien Atelier der bildenden Kunst München“, Schwerpunk freies Malen und Zeichnen. Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen sowie Messebeteiligungen.
Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler München und Oberbayern e.V. (BBK)
2016 – Kunstpreisträger der Stadt Weißenburg. 

Die einzelnen Arbeitsprozesse bei der Bildentstehung vollziehen sich oftmals temperamentvoll und dynamisch, dann wieder langsam in konzentrierter Ruhe mit einer fein ausdifferenzierten Farbwahl. Spuren werden verfolgt unter Einbeziehung des Zufalls. Monika Lehmann malt mit Acrylfarben, Pigmenten und diversen Beizen, frei ohne Vorbild. Fokussiert auf die Themen Mensch und Landschaft setzt sie sich intensiv mit ihren Bildmotiven auseinander. Ihre Beobachtungen und Wahrnehmungen bekommen einen malerischen Ausdruck und geben den Bildern eine eigene Bildsprache. Inspirationen ihrer Reisen und Arbeitsaufenthalte u.a. in Afrika und in Italien in den Ateliers von Civitella beeinflussen die Künstlerin bis heute bei ihrer Arbeit an den Bildern der Werkreihe FACES und LANDSCHAFTEN.


JOSEF THALHOFER 

1956 geboren in Plattling
1977 - 1981 Architekturstudium Regensburg
lebe in München und arbeite in meinem Atelier in Reichling bei Landsberg am Lech
Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler München und Oberbayern e.V.  

Künstlerischer Arbeitsansatz
In der technischen Architektur sind Details, genaue Ausführung und das Einhalten von Normen von wichtiger Bedeutung. In meiner Malerei möchte ich mich davon lösen. Die bloße Darstellung der eigenen Formen, Farben, Figuren und Strukturen, sowie das erweiternde bzw. übersteigende phantasievolle Erfinden oder Kombinieren formal-inhaltlicher Gestaltungszusammenhänge sind für mich von großer Bedeutung.
Meine Bilder sollen nicht die Wirklichkeit widerspiegeln. Sie sollen dem Betrachter Raum für seine Phantasie geben. In meinen meist großformatigen Werken geht der Prozess weg vom Gegenständlichen, jedoch manchmal auch an Gegenständliches erinnernd, ohne dies wirklich auszuformulieren. Ich möchte meinen Bildern eine Vielzahl an Interpretationen für den Betrachter zulassen. Der Betrachter ist eingeladen, diese Inhalte mit Bedeutung zu füllen, sodass ich und der Betrachter gemeinsam die Deutungshoheit über das Gesehene besitzen. 

Abb.
Monika Lehmann, Face #31, 2017, Acryl auf Leinwand, 60x50 cm (Detail)
Josef Thalhofer, Blues Panic, 2018, Acryl auf Leinwand, 100 x180 cm (Detail)